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Video, mit original Tondokument von Albert Einstein (in Deutsch)
Video-Originallink: https://youtu.be/IVlTyjMVKEc (Dauer: 4Minuten)
Einsteins kosmische Religion und UNIQismus

Kosmische Religion, “Cosmic Religion” ist ein Produkt seiner späten Jahre. Die kosmische Religion Einsteins kann man als einen Brückenschlag zwischen Religionen, kirchenunabhängige Weltanschauungen und Wissenschaft sehen. Der weltbekannte Physiker Albert Einstein hat seine Auffassung, seine Glaubensbekenntnis kurz und klar in zwei Aufsätzen (2 Texten und 2 Tondokumenten von ihm selbst besprochen) dargelegt: 1. „Religion und Wissenschaft“ („Berliner Tageblatt“, 11. Nov. 1930) und 2. “Wie ich die Welt sehe“ (Caputh bei Berlin, 1932). Die Tondokumente wurden von Einstein 1932 auf Schallblatte gesprochen. Siehe dazu das Video/Tondokument: Link.

Einsteins kosmische Religion gründet nicht auf Angst und Bestrafung* sowie auf Belohnung wie die alten Religionen (z.B. Judentum, Christen, Islam ...). Seine Religion gründet sich auf Gefühl und Wissen bzw. Wissenschaft. Die kosmische Religiosität und der UNIQismus bringen den Menschen dazu, die Größe und Schönheit des Kosmos, des Universums mit allen Dimensionen wahrzunehmen zu spüren und zu sehen. Dadurch steht der Anhänger dieser Art von Religion in Demut (aber nicht in ängstlicher Unterwerfung) vor den Geheimnissen des Kosmos. Dieser Mensch erlebt alles Sein als große Einheit von der er ein untrennbarer Teil ist. Er achtet -und wo es möglich ist- schützt er jedes Lebewesen. Er befindet sich inmitten der Gemeinschaft derjenigen Menschen, die nach der Wahrheit, Schönheit und Gerechtigkeit streben, die darüber hinaus das Spirituelle und Mystische erfahren wollen.

Unser heutiges Wissen über die Natur (u.a. Wissen über Quantenphysik, Kosmos, Naturgesetze, Gehirn, Medizin etc.) zwingt uns -wenigstens die aufgeklärten, wissenschaftlich denkenden Menschen- zur Neu-Interpretation. Früher glaubte man, dass die Erde eine Scheibe ist und im Mittelpunkt des Sonnensystems steht, die Sonne und die Sterne dienen einfach zur Beleuchtung der Erde. Der Mensch ist/war der Mittelpunkt von allem, die Krönung der Schöpfung. Unten die Erde, oben Gott die Engel oder die Götter. Heute wissen wir aber: Unsere Erde ist ein kleiner Himmelkörper unter unendlich vielen anderen. Unser Sonnensystem ist eines von Milliarden Sonnensysteme im Universum, unsere Sonne gehört zu den kleinen Sonnen in unserer Milchstraße. Als man Mitte der 1990er-Jahre die Zahl der Galaxien schätzte (Galaxien nicht die darin enthaltenen Sterne bzw. Sonnensysteme), kam man auf 120 Milliarden Galaxien. Heute weiß man, aufgrund weitaus besserer Teleskope, dass es weitaus mehr sind, Schätzungen lauten auf ca. zwei Billionen Galaxien. Die neuen Teleskope fangen auch Licht auf, dessen Quellen viel weiter von uns weg strahlen, bis zu 13 Milliarden Lichtjahre: Dieses Licht war also 13 Milliarden Jahre auf seinem Weg zu uns unterwegs. Wenn man dann noch bedenkt, dass sich in einer normal großen Galaxie etwa 100 Milliarden Sterne aufhalten und viele von ihnen Planetensysteme enthalten kann man die unendliche Größe des Kosmos schon besser überdenken. Dazu kommt: Die Drehgeschwindigkeit der Erde (gemessen am Äquator) hat 1650 km pro Stunde, das ist schneller als die Schallgeschwindigkeit. Die mittlere Geschwindigkeit mit der unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne kreist sind bemerkenswerte 29,8 km/s rund 107000 km/h. Unser Sonnensystem umrundet das galaktische Zentrum mit einer Umlaufgeschwindigkeit von 961.200 km/h und benötigt für eine Umrundung dabei 210.000.000 Erdenjahre. Unsere Galaxie „Milchstraße“ als Ganzes, rast unterdessen -relativ zur nächst größeren Galaxiehaufenstruktur „Lokale Gruppe“- mit 136.800 km/h durch die astronomischen Weiten. Unser Universum besteht seit nach neueren Erkenntnissen seit ca. 14 Milliarden Jahren, unsere Erde immerhin seit ca. 5 Milliarden Jahren.
(Geht es nach der Bibel, Genesis so ist das ganze Universum und unsere Erde ziemlich genau 6000 Jahre alt! Das behaupten wenigstens die Kreationisten.)

Schon diese kosmischen Beispiele zeigen uns, dass man das Thema Glaube, Religion nicht wie bisher den starren Kirchenmännern und Fanatikern überlassen darf! Weder religiösen Fanatikern noch fanatischen Atheisten! Der starre Glaube an alte Bücher, Textrollen und Texte ist nicht mehr zeitgemäß. Einstein, der als einer der Ersten erkannt hat bzw. der sich darüber bewusst geworden ist, dass alles Leben, alle Geschöpfe, alle Materie und Energie ein untrennbarer Teil eines unendlichen Kosmos sind, musste den alten Religionen den Rücken kehren. Den Themenbereich Glauben/Religion darf man daher NICHT Fanatikern und religiöse Eiferern überlassen auch nicht den fanatischen Atheisten!

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Handschrift: Auschnitt aus dem Glaubensbekenntnis Albert Einstein
Albert Einstein: Teil1 "Mein Glaubensbekenntnis"
(Caputh bei Berlin, 1932)

“Zu den Menschen zu gehören, die ihre besten Kräfte der Betrachtung und Erforschung objektiver, nicht zeitgebundener Dinge widmen dürfen und können, bedeutet eine besondere Gnade. Wie froh und dankbar bin ich, dass ich dieser Gnade teilhaftig geworden bin, die weitgehend vom persönlichen Schicksal und vom Verhalten der Nebenmenschen unabhängig macht. Aber diese Unabhängigkeit darf uns nicht blind machen gegen die Erkenntnis der Pflichten, die uns unaufhörlich an die frühere, gegenwärtige und zukünftige Menschheit binden.

Seltsam erscheint unsere Lage auf dieser Erde. Jeder von uns erscheint da unfreiwillig und ungebeten zu kurzem Aufenthalt, ohne zu wissen, warum und wozu. Im täglichen Leben fühlen wir nur, dass der Mensch um anderer willen da ist, solcher, die wir lieben, und zahlreicher anderer, ihm Schicksalsverbundener Wesen.

Oft bedrückt mich der Gedanke, in welchem Maße mein Leben auf der Arbeit meiner Mitmenschen aufgebaut ist, und ich weiß, wie viel ich Ihnen schulde.
Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens (Anm.: Siehe Libet-Experiment). Schopenhauers Worte: 'Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will', begleitet mich in allen Lebenslagen und versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind. Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor, mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren.

Nach Wohlleben und Luxus strebte ich nie und habe sogar ein gut Teil Verachtung dafür. Meine Leidenschaft für soziale Gerechtigkeit hat mich oft in Konflikt mit den Menschen gebracht, ebenso meine Abneigung gegen jede Bindung und Abhängigkeit, die mir nicht absolut notwendig erschien. Ich achte stets das Individuum und hege eine unüberwindliche Abneigung gegen Gewalt und gegen Vereinsmeierei. Aus allen diesen Motiven bin ich leidenschaftlicher Pazifist und Antimilitarist, lehne jeden Nationalismus ab, auch wenn er sich nur als Patriotismus gebärdet. Aus Stellung und Besitz entspringende Vorrechte sind mir immer ungerecht und verderblich erschienen, ebenso ein übertriebener Personenkultus. Ich bekenne mich zum Ideal der Demokratie, trotzdem mir die Nachteile demokratischer Staatsform wohlbekannt sind. Sozialer Ausgleich und wirtschaftlicher Schutz des Individuums erschienen mir stets als wichtige Ziele der staatlichen Gemeinschaft. Ich bin zwar im täglichen Leben ein typischer Einspänner, aber das Bewusstsein, der unsichtbaren Gemeinschaft derjenigen anzugehören, die nach Wahrheit, Schönheit und Gerechtigkeit streben, hat das Gefühl der Vereinsamung nicht aufkommen lassen.

Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir, wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Blinder. Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös. Es ist mir genug, diese Geheimnisse staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild geistig zu erfassen.”

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Albert Einstein: Teil2 "Religion und Wissenschaft"
(„Berliner Tageblatt“, 11. Nov. 1930

Alles, was von den Menschen getan und erdacht wird, gilt der Befriedigung gefühlter Bedürfnisse sowie der Stillung von Schmerzen. Dies muß man sich immer vor Augen halten, wenn man geistige Bewegungen und ihre Entwicklung verstehen will. Denn Fühlen und Sehnen sind der Motor alles menschlichen Strebens und Erzeugens, mag sich uns letzteres auch noch so erhaben darstellen. Welches sind nun die Gefühle und Bedürfnisse, welche die Menschen zu religiösem Denken und zum Glauben im weitesten Sinne gebracht haben? Wenn wir hierüber nachdenken, so sehen wir bald, dass an der Wiege des religiösen Denkens und Erlebens die verschiedensten Gefühle stehen. Beim Primitiven ist es in erster Linie die Furcht, die religiöse Vorstellungen hervorruft. Furcht vor Hunger, wilden Tieren, Krankheit, Tod. Da auf dieser Stufe des Daseins die Einsicht in die kausalen Zusammenhänge gering zu sein pflegt, spiegelt uns der menschliche Geist selbst mehr oder minder analoge Wesen vor, von deren Wollen und Wirken die gefürchteten Erlebnisse abhängen. Man denkt nun, die Gesinnung jener Wesen sich günstig zu stimmen, indem man Handlungen begeht und Opfer bringt, welche nach dem von Geschlecht zu Geschlecht überlieferten Glauben jene Wesen besänftigen bzw. dem Menschen geneigt machen. Ich spreche in diesem Sinne von Furcht-Religion. Diese wird nicht erzeugt, aber doch wesentlich stabilisiert durch die Bildung einer besonderen Priesterkaste, welche sich als Mittlerin zwischen den gefürchteten Wesen und dem Volkes ausgibt und hierauf eine Vormachtstellung gründet. Oft verbindet der auf andere Faktoren sich stützende Führer oder Herrscher bzw. eine privilegierte Klasse mit ihrer weltlichen Herrschaft zu deren Sicherung die priesterlichen Funktionen, oder es besteht eine Interessengemeinschaft zwischen der politisch herrschenden Kaste und der Priesterkaste.

Eine zweite Quelle religiösen Gestaltens sind die sozialen Gefühle. Vater und Mutter, Führer, größerer menschlicher Gemeinschaften sind sterblich und fehlbar. Die Sehnsucht nach Führung, Liebe und Stütze gibt den Anstoß zur Bildung des sozialen bzw. des moralischen Gottesbegriffes. Es ist der Gott der Vorsehung, der beschützt, bestimmt, belohnt und bestraft. Es ist der Gott, der je nach dem Horizont des Menschen das Leben des Stammes, der Menschheit, ja das Leben überhaupt liebt und fördert, der Tröster in Unglück und ungestillter Sehnsucht, der die Seelen der Verstorbenen bewahrt. Dies ist der soziale oder moralische Gottesbegriff. In der heiligen Schrift des jüdischen Volkes lässt sich die Entwicklung von der Furcht-Religion zur moralischen Religion schön beobachten. Ihre Fortsetzung hat sie im Neuen Testament gefunden.

Die Religionen aller Kulturvölker, insbesondere auch der Völker des Orients, sind in der Hauptsache moralische Religionen. Die Entwicklung von der Furcht-Religion zur moralischen Religion bildet einen wichtigen Fortschritt im Leben der Völker. Man muß sich vor dem Vorurteil hüten, als seien die Religionen der Primitiven reine Furcht-Religion, diejenigen der kultivierten Völker reine Moral-Religionen. Alles sind vielmehr Mischtypen, so jedoch, dass auf den höheren Stufen sozialen Lebens die Moral-Religion vorherrscht.

All diesen Typen gemeinsam ist der anthropomorphe Charakter der Gottesidee. Über diese Stufe religiösen Erlebens pflegen sich nur besonders reiche Individuen und besonders edle Gemeinschaften wesentlich zu erheben. Bei allen aber gibt es noch eine dritte Stufe religiösen Erlebens, wenn auch nur selten in reiner Ausprägung; ich will sie als kosmische Religiosität bezeichnen. Diese lässt sich demjenigen, der nichts davon besitzt, nur schwer deutlich machen, zumal ihr kein menschenartiger Gottesbegriff entspricht.

Das Individuum fühlt die Nichtigkeit menschlicher Wünsche und Ziele und die Erhabenheit und wunderbare Ordnung, welche sich in der Natur sowie in der Welt des Gedankens offenbart. Es empfindet das individuelle Dasein als eine Art Gefängnis und will die Gesamtheit des Seienden als ein Einheitliches und Sinnvolles erleben. Ansätze zur kosmischen Religiosität finden sich bereits auf früher Entwicklungsstufe, z.B. in manchen Psalmen Davids sowie bei einigen Propheten. Viel stärker ist die Komponente kosmischer Religiosität im Buddhismus, was uns besonders Schopenhauers wunderbare Schriften gelehrt haben. – Die religiösen Genies aller Zeiten waren durch diese kosmische Religiosität ausgezeichnet, die keine Dogmen und keinen Gott kennt, der nach dem Bild des Menschen gedacht wäre. Es kann daher auch keine Kirche geben, deren hauptsächlicher Lehrinhalt sich auf die kosmische Religiosität gründet. So kommt es, dass wir gerade unter den Häretikern aller Zeiten Menschen finden, die von dieser höchsten Religiosität erfüllt waren und ihren Zeitgenossen oft als Atheisten erschienen, manchmal auch als Heilige. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, stehen Männer wie Demokrit, Franziskus von Assisi und Spinoza einander nahe ... “


Einen legitimen Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft kann es nicht geben… Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Naturwissenschaft ist blind.
Zitat: Albert Einstein

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Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle, Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht....Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestationen tiefster Vernuft und leuchtendster Schönheit, die unserer Vernunft nur  in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinne und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen.
Zitat: Albert Einstein

 
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